Cesenatico und das Meer sind Eines. So erzählen die alten, bunten Segel in dem in Italien wohl einzigartigen Museo della Marineria (Schiffahrtsmuseum), die die Ankommenden und die Abfahrenden grüssen. Diese Segel, diese alten Boote, dieser Hafen, den 1502 Leonardo da Vinci, "Architekt und Generalingenieur", im Auftrag von Cesare Borgia untersuchte und vermass, erzählen in Kurzform die Geschichte Cesenaticos. Geschichtliche und archäologische Quellen berichten von einer römischen Ansiedlung an dieser Stelle.
Cesenatico als solches entstand im Jahre 1302: das nahe Cesena braucht einen Hafen für seinen Handelsverkehr, vielleicht auch für seine militärischen Absichten. Es waren harte Zeiten. Unter wechselhaftem Umstanden entwickelt sich Cesenatico vor allem als Fischerhafen. Nach dem Niedergang der Borgia-Herrschaft kam das Städtchen an den Kirchenstaat.
Nicht zufällig wird die romagnolische "saraghina" (eine Art Heringsfisch) auf Italienisch "papalina" genannt, denn die großen Faenge dieses Fisches waren, ordentlich eingesalzen und konserviert, für die Markte Roms, also des Papstes, bestimmt. Die Uhr der Geschichte schlaegt dem Hafen von Cesenatico auch andere Stunden. In der Nacht des 2. August 1849 kam Garibaldi mit Anita, Ugo Bassi und anderen Patrioten auf der Flucht von Rom nach Venedig hier an, gehetzt von ihren Verfolgern zu Wasser und zu Lande.