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Bertinoro

Die Sehenswuerdigkeiten

 

Bertinoro liegt in malerischer Lage am Hang eines Ausläufers des Monte Maggio  mit Ausblick auf die Via Emilia zwischen Cesena und Forlì. Gestern wie heute  bekannt für seine exzellenten Weine (den "Albana" in erster Linie), bestand es  schon im 11. Jh. unter dem Namen "Castrum Bretenoni", wurde Sitz einer  Grafschaft, dann von Cesena, Forlì und Rimini beansprucht. Im Jahre 1558 kam es  an den Kirchenstaat. Bertinoro hat sich sein mittelalterliches Aussehen bis  heute bewahrt. Historische Ereignisse hallen in den engen Gassen und den alten  Mauern wider, darunter die Erinnerung an ein jüdisches Bertinoro, das mit dem  Bibelforscher Ovadià verknüpft ist, der um 1500 herum einige Jahre in Bertinoro  lebte, bevor er nach Jerusalem zog.

 

Ovadià Ben Avraham Vare aus Ber¬tinoro, ein  wichtiger Exponent der Bibelforschung, vergass seinen Heimatort nicht (er wurde  um 1450 in Bertinoro geboren), und nicht umsonst vergleicht er in seinen Briefen  die Wein-berge seiner Heimatstadt mit denen Jerusalems. Im Laufe der Zeit in den  sympathischen Rang der "Hauptstadt der romagnolischen Gastfreundschaft"  aufgestiegen, ist Bertinoro heute nicht nur Standort lebhafter und vielfältiger  Unternehmen und hervorragender Weinerzeuger, sondern auch des Centro  Residenziale di Formazione, dem Sommersitz der Universität Bologna und Romagna.  Das "Herz" dieses Zentrums wurde sorgsam in die tausendjährige Burg eingebaut.

 

Der Albana-Mythos

 

Die Legende erzählt, dass Galla Placidia, nachdem sie einen Schluck des süßen  Albana verkostet hatte, gesagt habe: "Du bist würdig, aus Gold getrunken zu  werden" (ital. berti in oro). Legende beiseite, der Albana von Bertinoro, ein  köstlicher, strohfarbener "Nektar" wird zu Recht als einer der besten  italienischen Weine angesehen, zusammen mit seinen Geschwistern Sangiovese,  Trebbiano e Pagadebit.

 

Berti¬noro ist eine Hymne auf den guten Wein, wegen  seiner Weingueter und seiner Feste zur Weinlese. Ausdruck des gu¬ten Rufs dieses  lieblichen Hügels sind auch ein künstlerisches "Winzerdenkmal" und eine  künstlerische Kampagne für den Albana di Romagna. Ein bescheidener Rat: waehrend  der robuste Sangiovese nach der Piadina "verlangt", "verlangt" der Albana nach  der Ciambella, dem Sandkuchen: ein wahrhaft exquisites Trinken und Speisen.

 

Geschichte der

 

Eine ganz andere Geschichte als die der "Schandsaeule" manzonischen Angedenkens  rankt sich um die "Colonna delle Anella", das Symbol der Gastfreundschaft  Bertinoros und der Romagna. Es ist eine hübsche und merkwürdige Geschichte. Man  erzahlt nämlich, dass sich früher die Adelsfamilien des Stadtchens verbissen um  die Fremden stritten, die hier einkehrten, und zwar aus Gründen der  Gastfreund¬schaft - oder des Prestiges.

 

Um den Streitigkeiten ein Ende zu  machen, wurde um 1300 eine Saule errichtet, mit so vielen darin eingelassenen  Ringen wie es damals Familien gab. Der Fremde, der sein Pferd an einem der Ringe  anband, war dann Gast der entsprechenden Familie. Im 16. Jh. wurde die Saule  wegen "Bauarbeiten" entfernt und dann vergessen; später wurde sie bei weiteren  Arbeiten am Palazzo Comunale wieder aufgefunden, in Stuecken. Nachdem man auch  die alten Fundamente auf der hoch und zentral gelegenen Piazza della Libertà  wiedergefunden hatte, wurde die Saeule am 5.

 

September 1926 nach dem Willen der  Bürgerscha ft und unter Beteiligung der ganzen Romagna wieder aufgestellt, wo  und wie sie früher war. Seither wird jedes Jahr am ersten Sonntag im September  das Fest der Gastfreundschaft begangen. Ein eigenes Komittee wählt die Gäste  aus, die nicht ihr Pferd, sondern ihre Visitenkarte in einem der Ringe  hinterlassen müssen.

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Ab:

49.00
Informationsanfrage
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