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Cesena

Die Sehenswuerdigkeiten

 

Cesena, zusammen mit Forlì Hauptstadt der neuen Provinz, hat eine lange  Geschichte. Es war vor der römischen Kolonisierung wahrscheinlich ein umbrisches  Zentrum (der Name der Stadt verrät noch älteren, etruskischen Einfluss). Zuerst  entstanden auf dem Hügel Garampo (wo auch heute noch die später entstandene Burg  der Malatesta thront), entwickelte es sich zunächst in Richtung auf das Ufer des  Savio zu. Als sich die Römer des Saviotals bemächtigten, besetzten sie  wahrscheinlich auch die alte Ansiedlung: Hier beschreibt die Via Emilia in ihrem  Verlauf einen weiten Bogen.

 

Über die frühe Geschichte Cesenas gibt es  Hypothesen, aber wenige Gewissheiten; vielleicht weil die Stadt von den  Söldnertruppen von Papst Gregor XI. buchstäblich zu einem Trümmerhaufen gemacht  wurde. Trat die zerstörte Stadt an Galeotto Malatesta ab, der sich eifrig an den  Wiederaufbau machte. Unter der Herrschaft der Malatesta erlebt die Stadt eine  ruhige Zeit, bis Malatesta Novello die Buhne betritt: weniger seine  kriegerischen Unternehmungen als seine schonen, der Stadt gewidmeten  Friedenswerke, mit dem Juwel" der wunderbaren Bibliothek, sind Zeugnis und  Vermächtnis dieses "Heerführers und Humanisten".

 

Missglückte militärische Aktionen lauteten jedoch den Untergang dieser Dynastie  ein. Ein kurzes Intermezzo unter Cesare Borgia, dann kehrte Cesena unter  päpstliche Herrschaft zurück. deren Wechselfalle sich bis zum Heraufdämmern der  Moderne mit dem Schicksal der Stadt verflochten. Cesena wird auch die  "Drei-Paepste-Stadt" genannt, weil es zwei seiner Sohne auf den päpstlichen  Stuhl brachte und einen dritten adoptierte: es handelt sich um Giannangelo  Braschi (= Pius VI., 1717-1799), Barnaba Chiaramonti (= Pius VII., 1 742-1823)  und Francesco Saverio Casliglioni (Pius Vili., 1761-1830), der hier Bischof war,  bevor er den Heiligen Stuhl bestieg.

 

Die beschwerlichen Bedingungen der Stadt  unter der päpstlichen Herrschaft löschten jedoch nicht vollständig das Interesse  für Literatur und die schonen Künste, die zu Zeiten des Malatesla Novello so  sehr in Blute standen, dass es dort sogar eine Universität gab (die später, im  19. Jh., unterdruckt wurde). Die drückende Last der päpstlichen Herrschaft schuf  sich selbst den fruchtbaren Nährboden für die Kampfe des Risorgimento (der  italienischen Einigungsbewegung) und für die Leidenschaftlichkeil der  politischen Auseinandersetzungen. Heute ist Cesena eine betriebsame,  gastfreundliche Stadt, die wohlbekannt ist für ihre Lebhaftigkeit.

 

Die Biblioteca Malatestiana

 

Sehr reizvoll ist die Besichtigung der Biblioteca Malatestiana, einer der  schönsten und besterhaltenen unter den humanistisch-kloesterlichen Bibliotheken  in ganz Europa. "Freude und Schatz dieser Stadt", in Auftrag gegeben von  Malatesta Novello, erbaut auf einem alten "Fabrikgut" des Minoritenkloster s.  Francesco durch den Architekten Matteo Muti aus Fano, auch wenn jüngste  Forschungen die glückliche Hand von Leon Battista Alberti im Spiel sehen wollen.  Eingeweiht 1492, präsentiert sie sich unseren Blicken so wie sie damals war:  Gestalterische Kunst und Funktionalität gehen eine glückliche Verbindung ein in  dieser großen dreischiffigen Halle, das Mittelschiff mit Fenstern von  venezianischem Typ, die geschickt so angebracht sind, dass, sie den Lesepulten  Licht geben.

 

58 Bücherregale zum Nachschlagen und ein Vermögen von unschätzbarem  Wert in Form von 340 zum Teil mit Miniaturen ausgeschmückten Manuskripten, immer  noch mit den Ketten von damals an die Pulte geschmiedet , das sind nur einige  der Informationen, die die Führer den faszinierten Besuchern geben. Gegenüber  der Aula des Nuti befindet sich die Biblioteca Piana, das ist die sehr  reichhaltige Privatbibliothek des cesenatischen Papstes Pius VII. In dem Komplex  der Bibliothek gibt es noch das Lapidarium und ein interessantes Museum. der  Antike.

 

Der Lavendel des Hl. Johannes Feste

 

Aus dem wohlgefüllten Terminkalender von Aufführungen, Ausstellungen und  Veranstaltungen, die Cesena im Laufe das Jahres bietet, gebührt eine besondere  Erwähnung dem allen Johannis-fest, der "Festa di S. Giovanni" (24. Juni), dem  Schutzpatron der Stadt geweiht, das traditionellerweise die Innenstadt in eine  malerische "Kirmes" mit Buden und Ständen verwandelt. Lavendel, der in duftenden  Straeusschen verkauft wird, Pfeifchen aus rotem Zucker für die Kleinsten, die  ersten Knoblauchzoepfe, das sind die Spezialitäten dieses schönen und  tiefempfundenen Festes, das seine Wurzeln in alten volkstümlichen  Überlieferungen hat, denen zufolge der Tau vom Morgen des Johannistages  wohltuende Kräfte besitzt.

 

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49.00
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